Es fing an, wie es mit jedem anderen Verein auch angefangen
hat. Ein paar Männer, jüngere und auch
ältere, ein Biertisch in irgendeiner kleinen Gaststätte und
die dazugehörigen Diskurse.
Da
erzählt einer von einem
Film, den er sich eben
angesehen hat. Ein
Zweiter weiß von einem
Unfall zu berichten. Ein
Dritter hat sogar Soraya
- die persische Kaiserin
- im Salvatorkeller gesehen.
Und irgendwann
kommt todsicher
einer dazu, der
die Sprache auf den
Fußball bringt.
Wo aber
gibt es heutzutage noch
einen Tisch voll Männer,
die nicht in irgendeiner
Form - sei es
als
aktiver Spieler, als Zuschauer oder gar als Funktionär -
zu tun gehabt hätten? Und dann kommen unweigerlich
die berühmten Erzählungen der älteren Jahrgänge
über ihre “Schlachten“, die sie als “junge Burschen“
bei diesem oder jenem Verein mitgemacht haben.
Es braucht dies nicht immer alles wahr zu
sein, aber es gefällt ihm, davon zu erzählen. Sehr oft
glaubt er es sogar selber. Und seine aufmerksamen Zuhörer
glauben es ihm auch. Das heißt, sie tun wenigstens
so, als würden sie es glauben. Bis dann einmal
einer, womöglich ein Jüngerer, zu dick aufträgt.
Dann
kommen mit Bestimmtheit die Wetten, wie
sie unter Fußballern immer und überall abgeschlossen werden.
Das war dann der erste Abend.
Nachdem
man aber nun einmal ein gemeinsames Interessensgebiet
festgestellt hat, ruhen die Gespräche um
den Fußball auch am nächsten und den folgenden Abenden
nicht. Es
kommen noch andere dazu, die die etwas laut geführten
Unterhaltungen schon seit einigen Tagen zwei
oder drei Tische weiter entfernt verfolgt haben.
Schon
sind es 7, 8 oder 10 - und auf einmal fällt das Stichwort:
„Verein!“
Irgendeiner hat nun hat nur so nebenbei die Bemerkung fallen
lassen. Man könnte doch einen eigenen Fußballverein
aufmachen, nachdem man sich seit 5 oder
6 Abenden über nichts anderes, als über Fußball, unterhalten
habe. Er
meint dies gar nicht so ernst, aber 2 oder 3 sind plötzlich
wie elektrisiert. Einen eigenen Verein? Das wäre
gar nicht so schlecht.
Und
diese 2 oder 3 sprechen auf dem Nachhauseweg und
zum Schluss an der Kreuzung, an der sich ihre
Wege trennen, noch
immer über die “Sache“.
Und wenn sie dann
auseinander gehen,
dann steht es für
diese drei schon fest:
„Wir
machen einen eigenen
Verein.“
Einer
hat bis zum nächsten Abend
bestimmt schon
eine Liste mit Rubriken
über Vor- und Zunamen,
Geburtstag, Wohnung usw.
angefertigt.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen