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Mittwoch, 20. Mai 1970

1956 - 4



Hochenrieder Christian sen., Schwarz Otto
Gaststätte Fellner Belgrad- / Herzogstr.
Endlich, am Pfingst-Sonntag, den 20. Mai 1956, trat eine Mannschaft des FC Schwabing zu ihrem ersten Spiel an. Das Spiel fand in Hebertshausen statt und wurde mit 2:11 verloren. Dies war die Mannschaft, die dieses Spiel bestritt: 

Josef Baur - Otto Guthmann, Hans Behner - Klaus Erhard, Ludwig Koller, Theo Hönig - Franz Adam, Walter Adam, Richard Schustereder, Egon Guthmann, Herbert Heckl. 

Richard Schustereder schoß das erste, Otto Guthmann das zweite Tor.  

Herr Otto Schwarz war inzwischen pausenlos bemüht, eine Spielmöglichkeit (d.h. einen Sportplatz) für den FC Schwabing aufzutreiben. Nach langen Verhandlungen gelang es ihm, mit dem Wirt der Gaststätte “Hirschau“ im Englischen Garten einen Vertrag abzuschließen, wonach wir unsere Heimspiele künftig auf dem Sportplatz des VfB München an der Hirschauer/Osterwaldstr. austragen konnten. 

Oberwiesenfeld 1957
Es war daran allerdings die Bedingung geknüpft, dass das alleinige Vereinslokal in die Gaststätte “Hirschau“ zu verlegen sei. Nun, was war anders zu machen, als darauf einzugehen? Das war doppelt bitter für uns, nachdem wir erst kurz vorher nach einem Streit zwischen dem Vereinswirt, Herrn Behner und dem 1. Vorstand Otto Schwarz und verschiedenen Mitgliedern, aus der Herzogkrone in die Gaststätte Fellner in der Belgrad / Ecke Herzogstrasse umgezogen sind und uns bei den Wirtsleuten Christian und Marianne Hochenrieder mehr als wohl fühlten.  

Nun, wir kamen überein, alle Versammlungen und Veranstaltungen im Vereinslokal “Hirschau“ abzuhalten, während sich an den Wochentagen die Mitglieder beim “Fellner“ aufhielten. Am Sonntag, den 24. Juni 1956, spielten wir auf dem VfB Platz zum ersten Mal. Es war dies das Rückspiel gegen  Hebertshausen, das diesmal mit 2:4 wesentlich knapper verloren wurde. 

Otto Schwarz, Gustav Lips -
Vorstand der ersten Stunde
Vorher hatten wir gegen Alemannia 0:6 und gegen SC Armin III 2:3 verloren. In organisatorischer Hinsicht mussten zwangsläufig nach der Trennung von der “Herzogkrone“ auchÄnderungen eintreten. So wurde Herr Gustav Lips zum 2. Vorstand, Herr Anton Meyer zum Schriftführer und Herr Ernst Schedlbauer zum Kassier gewählt. Herr Michael Hartl versah das Amt des technischen Leiters. Außerdem wurde ab 1. August ein Trainer, Herr Erwin Söldner, verpflichtet.



Am 19. August trat die Mannschaft zum ersten Spiel in einer Meisterschaftssaison an. Es war allen klar, dass wir in der ersten Saison keine allzu großen Aussichten hatten. Aber, der Verein wuchs. Bald waren es 40, 50 und 60 Mitglieder. Inzwischen war auch eine zweite Mannschaft entstanden, die am 21.Oktober ihr erstes Spiel bestritt, das gegen den ESV Freimann 0:4 verloren wurde.... Allmählich ging es nun schon auf das Weihnachtsfest zu. Und wie bei allen Vereinen wurde auch beim FC Schwabing eifrig dafür vorbereitet. Am Samstag, den 9. Dezember fand im Vereinslokal die erste Weihnachtsfeier des Vereins statt. Damit war das Vereinsjahr 1956, das erste in der Geschichte, praktisch beendet. Es folgten lediglich noch zwei Freundschaftsspiele. Am 26.12. gegen Ottobrunn (4:3 gew.) und am 30.12. gegen Alemannia (4:4). Zahlreiche Mitglieder feierten zusammen Sylvester und begannen gemeinsam das zweite Vereinsjahr.






 Ja, so war`s..... Auszug aus dem Protokoll der Ausschußsitzung (vergleichbar mit den heutigen Vorstands-Sitzungen) vom 9. Nov. 1956: ...Der techn. Leiter M. Hartl ist ab sofort mit Genehmigung des Ausschusses berechtigt, allein die Aufstellungen der Mannschaften vorzunehmen. 
Der Trainer untersteht direkt dem techn. Leiter. ..... ...Der Trainervertrag des Vereinskameraden E. Söldner muss am 30. Nov. 56 aufgekündigt werden. Als Grund steht fest, dass die alte Vorstandschaft nicht mehr in der Lage ist, einen neuen Vertrag zu geben, da die Genaralversammlung des Vereins am 4. Jan. 1957 stattfindet. ....Die Vorstandschaft hat die Absicht, an Weihnachten einige verdiente Mitglieder des Vereins mit der Verleihung der Silbernen Vereinsnadel zu ehren...

Samstag, 2. Mai 1970

1956 - 5



W echsel des Vereinslokals.

Nach einem Streit zwischen dem Wirt der Herzogkrone, Herrn Johann Behner und dem 1.Vorstand, Herrn Otto Schwarz, zog der Verein die Kosequenzen und zog in die Gaststätte "Fellner" (Ecke Belgrad-/Herzogstraße) um.



Das Original-Schreiben an den Wirt der Gaststätte "Herzogkrone"

Sonntag, 1. März 1970

1956 - 3




Der Anfang war also gemacht. Der Verein bestand, hatte acht Mitglieder (wovon bereits vier zur Vorstandschaft gehörten), hatte ein Vereinslokal, keinen Ball, kein Sportdress, keinen Sportplatzund ...kein Geld. Und ohne Geld ist eben nirgends etwas anzufangen. Alles, was in den folgenden Wochen an Zahlungen herankam, musste von ein paar Männern bezahlt werden. Herr Schwarz, Herr Behner, Herr Schiegg, Herrchen und Herr Lohmeyer mussten oft und tief in ihre eigenen Taschen greifen. Dabei blieb es natürlich nicht aus, dass der eine oder der andere bald genug hatte. Der erste, der absprang, war Herr Dohnen. Herr Karl Lohmaier wurde darauf 2. Vorstand. Inzwischen war die Zahl der Mitgliederauf 20 angestiegen und es war an der Zeit, an den eigentlichen Vereinszweck - dem Fußball- heranzugehen. Zunächst galt es, Vereinssatzungen auszuarbeiten und beim Bayerischen Landessportverband in Vorlage zu bringen. Dies allesbesorgte Herr Schwarz, der erste Vorstand. 

Noch aber waren keine aktiven Fußballer als Mitglieder im Verein. Unermüdlich wurde geworben, um jeden Mann wurde gefeilscht. Leider bewahrheitete es sich auch hier wieder, dass sehr viele Leute aus einer Bierlaune heraus zum Mitglied des Vereins wurden, die es mit dieser Mitgliedschaft gar nichternst nahmen. So war am Anfang ein steter Wechsel zu verzeichnen und man wusste oft gar nicht, ob dieser oder jener noch, oderschon wieder Mitglied ist. 
Einer der 1.Spielerpässe

Die Vorstandschaft nutzte indessen die Zeit für die Vorbereitungen zur Gründungsfeier. Und am Samstag, den 24. März fand diese Gründungsfeier im Vereinslokal „Herzogkrone“ statt. Bei dieser Gründungsfeier wurde eine ganze Reihe von neuen Mitgliedern aufgenommen. Das für den Verein Wichtigste aber war, dass unter ihnen eine Anzahlvon jungen aktiven Fußballern waren: Herbert Heckl, Franz undWalter Adam, Richard Schustereder, Egon Guthmann, Theo Hönig und Ludwig Koller. 

Das waren also die Ersten, die bereit waren, in Zukunft das Trikot des FC Schwabing zu tragen. Bald folgten weitere Neuaufnahmen von Aktiven wie Kurt Pany, Ludwig Scheuenstuhl, Theo Reiser. Und so konnte es nicht ausbleiben, dass diese Leute nun auch spielen wollten. Noch aber war keine Spielkleidung vorhanden. Woher diese nehmen? Wieder einmal waren es die “Alten“- Herr Schiegg, Otto Schwarz, Herr Behner und Herr Lohmaier - die auch hier Abhilfe schufen.

1956 - 2


Und dann geht`s los.
Zuerst sind es nureben diese drei, die sich in diese Liste eintragen lassen. Dann werden noch zwei oder drei Unentschlossene überredet, daraufhin entschließt sich noch einer von selbst und zu guter Letzt muss auch der Wirt noch her. Denn der wird ja nun im Nu seinen Umsatz nicht nur steigern, sondern bestimmt verdoppeln, nachdem sein Lokal einen Verein beherbergt.


Fragt nun - überall da - wo der Fußball rollt. Überall, bei jedem Verein, ist es so oder so ähnlich angegangen. Auch beim FC Schwabing!

1.Fußball-Freundschaftsspiel am 20. Mai 1956
FC Hebertshausen I - FC Schwabing 1956
v.l. Otto Guthmann, Richard Schustereder, Ludwig Koller, Egon Guthmann,
Theo Hönig jun., Herbert Heckl, Walter Adam
unten: Klaus Erhard, Franz Adam, Josef Baur, Hans Behner

1956, in den Januar- und Februar -Abenden saß so ein Stammtisch inder Gaststätte Herzogkrone, Ecke Herzogstraße / Fallmerayerstraße zusammen. Und etwa so, wie im oben angeführten Beispiel, kam es auch hier. Es war Ende Februar 1956, da kam der Abend, an dem die besagte Liste auftauchte. Als Erster stand auf dieser Liste Otto Schwarz. Es folgten die Namen Cohnen, Lohmeier, Schiegg, Maier, Behner und Reim. Das war die Gründungsversammlung. Herr Otto Schwarz, der Initiator dieser Versammlung überhaupt, wurde gleich an diesem Abend zum 1. Vorstand gewählt. Herr Cohnen zum 2., Herr Maier zum Schriftführer und der Gastwirt, Hans Behner, zum Kassier. Die nächste Frage war: „Wie soll der Verein heißen?“ 


Nun, auch hier wurde schnell eine Einigung erzielt. Der größte und berühmteste Stadtteil Münchens hatte noch gar keinen Fußballverein, der seinen Namen trägt. Was lag näher, als den eben ins Leben gerufene Verein diesen Namen zu geben. Und so entstand an diesem Abend der F.C. Schwabing 1956.